Bundesverdienstkreuz für Marlene Büchel

 

Laudatio des Ministerpräsidenten Dr. Jürgen Rüttgers:

Pressefoto"Mädchen und jungen Frauen in Krisensituationen zu helfen ist ihr ein ganz besonderes Anliegen. Dafür hat Marlene Büchel sich ein Motto der heiligen Angela Merici ausgesucht. Es lautet: „Lasst uns immer mehr mit weitem und sehnsüchtigem Herzen handeln!“

Schon als Inhaberin des Kurparkrestaurants und -hotels in Bad Münstereifel stand Frau Büchel für ein gastfreundliches Haus. Das war auch so in ihrer Zeit als Erzieherin im Internat des St. Nikolausstiftes in Zülpich. Schon damals, an der Berufsfachschule für Ernährung, Hauswirtschaft, Kinderpflege und Sozialpädagogik, bildete sie sich in der Sozialarbeit mit Jugendlichen und zur Lebensberaterin fort. Doch dann wechselte sie den Beruf: Sie öffnete ihr Privathaus für junge Frauen in Notlagen und nennt es nun „Casa Angela“. Seit 1991 bietet sie dort Mädchen und Frauen von 12 bis 25 Jahren Hilfe zur Selbsthilfe an. Besonders gewährt sie Frauen, die in Krisensituationen nicht mehr weiter wissen, eine erste Unterkunft. Mit Angeboten der offenen Jugendarbeit stärkt sie an Wochenenden das Selbstbewusstsein der Frauen. Dazu gehört für sie auch Hilfe beim Berufseinstieg.

Um all das zu finanzieren, gründete Frau Büchel 1994 einen Förderverein, der mittlerweise rund 50 Mitglieder hat und einen Großteil der Kosten abdecken kann. Hinzu kommen Spenden und, wenn nötig, hilft Frau Büchel auch selbst aus. Dabei arbeiten alle Helfer wie sie selbst ehrenamtlich.

Frau Büchel, Sie haben sich für die Rechte der Frauen in Gesellschaft, Wissenschaft und Politik und gegen Gewalt an Frauen eingesetzt. Ihre Idee eines Hauses der offenen Türen, in dem schutzbedürftige Mädchen und Frauen Geborgenheit finden, ist großartig. Sie füllen diese Idee auf vorbildliche Art mit Leben. Dafür danken wir Ihnen."

 

Marlene Büchel erklärte am 01.07.2010 zur Ordensverleihung: 

"Über das Bundesverdienstkreuz, das ich heute erhalten habe, freue ich mich sehr. Es ist mir eine besondere Ehre, diese Auszeichnung aus der Hand des Ministerpräsidenten zu erhalten.
Ich sehe in diesem Bundesverdienstkreuz vor allem eine Anerkennung für den Wert und die Würde der benachteiligten, verletzten und manchmal in großer Not lebenden Mädchen, die mir im Rahmen meiner Jugendarbeit in der Casa Angela begegnen.
Im Namen dieser jungen Frauen und auch im Namen aller finanziellen Förderer, ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer bedanke ich mich ganz herzlich."

 

 

 

 

 

© 2018 „Förderverein FREIZEIT LEBEN“ · DATENSCHUTZ · IMPRESSUM